Wir freuen uns sehr, dass wir für die Keynote-Vorträge die folgenden international herausragenden Expert*innen gewinnen konnten:

(vorläufiger Zeitplan)

Tag Uhrzeit Expert*in Thema
Donnerstag (13.05) 14:15 - 15:15 Prof. Gregory A. Miller Critical Update On Research Domain Criteria (RDoC)
Freitag (14.05) 11:30 - 12:30 Prof. Yair Bar-Haim From Cognitive Bias Research to Cognitive Trainings
Samstag (15.05) 11:30 - 12:30 Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tania Lincoln Psychosen: Mechanismen verstehen und Psychotherapie gestalten

Keynote Speaker

  • Prof. Gregory A. Miller
    Prof. Gregory A. Miller UCLA
    Prof. Gregory A. Miller

    Als Kodirektor des UCLA Laboratory of Clinical and Affective Psychophysiology trägt Prof. Gregory A. Miller wesentlich zum Verständnis kognitiver, emotionaler und physiologischer Phänomene von normalem und psychopathologischem menschlichen Verhalten bei. Unter Verwendung verschiedener Messmethoden, insbesondere MRI, EEG und MEG, untersuchen Prof. Miller und seine Kollegen in den USA, Deutschland und der Schweiz Defizite in sensorischen, kognitiven und emotionalen Prozessen bei Schizophrenie, Depression und Angstzuständen, sowie deren Verbesserung durch kognitive Behandlung. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen sowohl in der Grundlagenforschung, als auch in der klinischen Anwendung freuen wir uns, Prof. Miller auf der kommenden Konferenz begrüßen zu dürfen.

    [ENG] Keynote-Vortrag: Critical Update On Research Domain Criteria (RDoC)

    The Research Domain Criteria (RDoC) project of the US National Institute of Mental Health offers a fundamental reframing of concepts and phenomena in psychopathology intended to foster clinically useful research. In development for a little over a decade, RDoC has already become mainstream. This progress both reflects and leads a broader evolution in the NIMH research agenda from the often simplistic biological reductionism at the heart of the "Decade of the Brain" to a more sophisticated, viable, and generative view that gives biology and psychology equal status in the assessment, treatment, and prevention of mental illness. Diverse examples illustrate the need for that evolution, the growing appreciation of psychological phenomena in driving biological phenomena, and the application of the RDoC framework in research on depression and anxiety.

  • Prof. Yair Bar-Haim
    Prof. Yair Bar-Haim Tel Aviv University
    Prof. Yair Bar-Haim

     Herr Prof. Bar-Haim beschäftigt in zahlreichen Studien und Untersuchungen mit Störungsbildern wie z.B. PTSD und sozialer Angststörung und Angstzuständen bei Kindern und Erwachsenen. Seine Arbeit erforscht hierbei grundlegende Eigenschaften der Erkrankungen sowie Möglichkeiten zur Therapie derselben. Aber auch im Bereich der Neurowissenschaften konnte seine Forschung neue Erkenntnisse zu Tage bringen. All seine Studien zeichnen sich durch verschiedene Herangehensweisen und wechselnde Fokusse aus. Mit unterschiedlichen Forschungsmethoden schlägt Herr Bar-Haim die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.

     

    [ENG] Keynote-Vortrag: From Cognitive Bias Research to Cognitive Trainings

    The talk will describe the basic concepts of cognitive bias modification (CBM), and provide an overview of research supporting its clinical utility in targeting prevention and treatment of post-traumatic stress disorder (PTSD). Future research and implementation will be discussed, as well as the clinical and scientific status of 2nd generation CBM protocols.

  • Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tania Lincoln
    Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tania Lincoln Universität Hamburg
    Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tania Lincoln

    Prof. Dr. Dipl.-Psych. Lincoln ist eine herausragende Forscherpersönlichkeit in der Klinischen Psychologie und zugleich Psychotherapeutin. Ihre Forschung zeichnet sich aus, durch die Anwendung verschiedener Methoden, wie z.B. psychophysiologische Verfahren, experimentelle Paradigmen, kognitive Aufgaben und unterschiedlicher Konstrukte wie z.B. Emotionsregulation, kognitive Verzerrungen oder Rumination. Des Weiteren umfasst ihre Forschung sowohl Grundlagen als Therapieforschung. Die Qualität ihrer Forschung zeigt sich nicht zuletzt in ihrer sehr hochkarätigen Publikationsliste.

    [DE] Keynote-Vortrag: Psychosen: Mechanismen verstehen und Psychotherapie gestalten

    Die letzten Jahrzehnte haben das Verständnis von psychotischen Störungen grundlegend verändert. Zunächst wurde mit der Vorstellung aufgeräumt, dass es sich bei psychotischem Erleben um etwas gänzlich Fremdes handele, das mit normalpsychologischen Theorien nicht erklärbar und psychotherapeutisch nicht behandelbar sei. Seither ist man dabei, ein immer besseres Verständnis der psychologischen Mechanismen zu erlangen, die der Entstehung und Aufrechterhaltung psychotischer Symptome zu Grunde liegen. Dieses Wissen wird nun in psychotherapeutische Interventionen übersetzt.

    In dem Vortrag zeichne ich die Entwicklungen exemplarisch am Beispiel der Wahnsymptomatik nach. Ausgehend von dem gut belegten Zusammenhang zwischen Alltagsstressoren und wahnhaften Überzeugungen, gebe ich einen Einblick in aktuelle experimentelle und längsschnittlich angelegte Forschung zu den affektiven und kognitiven Faktoren, die diesen Zusammenhang erklären können. Dabei geht es im Wesentlichen um die Frage, ob und wie die bekannten sozialen und biologischen Risikofaktoren für Schizophrenie Menschen dafür anfällig machen, Ereignisse wahnhaft zu interpretieren.

    Basierend auf den daraus resultierenden Erklärungsmodellen zeige ich dann im letzten Teil des Vortrags verschiedene Ansatzpunkte zur kognitiv- verhaltenstherapeutischen Veränderung von Wahn auf. Dabei wird es auch um die Frage gehen, wie digitale Technologie genutzt werden kann, um die Mechanismen der Wahnentstehung und Aufrechterhaltung noch gezielter zu adressieren.